Die Netzwerkverbindungen sollten möglichst am Anfang konfiguriert werden. Die Einstellungen der Netzwerkadapter finden Sie im Kontextmenü unter Antcas Control Infrastruktur
Server
Netzwerk.
Hinweis: Die Einstellungen werden sofort nach dem Speichern übernommen, jedoch nicht permanent gespeichert. Falls eine Fehlkonfiguration vorgenommen wurde, kann diese durch einen Neustart des Servers zurückgesetzt werden.
Beachten Sie, dass jede Schnittstelle ein eigenes Subnetz benötigt. Folgende Einstellungen sind ungültig:
Der Server kann so keine Pakete einem eindeutigen Routing zuordnen. Ausserdem kann immer nur ein Standardgateway definiert werden.
Im Setup können die IP-Einstellungen überprüft werden.
Wichtig: Falls ein DHCP-Client verwendet wird und die IP-Adresse wechselt, kann nicht garantiert werden, dass alle Dienste diese übernehmen. Ggf. ist ein Neustart der Dienste notwendig. Es wird daher nicht empfohlen, den Server als DHCP-Client zu verwenden.
Es gibt verschiedene Adapternamen, diese sind im klassischen Modus immer eth0, eth1, wlan0, usb0 usw. Im modernen Modus werden diese nach PCI-Adresse und Slot benannt z.B. enp4s3 (ethernet port 4 slot 3). Lokale Netzwerkadapter starten mit eno# (ethernet onboard). USB-Geräte werden mit der kompletten MAC adressiert z.B. wlx8416f9150734 (wireless mac 84:16:f9:15:07:34). Diverse Server besitzen eigene Profile, die alle Netzwerkports speziell adressieren. Dies garantiert das übereinstimmen mit der Beschriftung des Servers. Die Methode der Adressierung kann nicht selbst festgelegt werden.
Hinweis: In dieser Dokumentation sind die Netzwerknamen meist im klassischen Modus beschrieben.
Antcas Control unterstützt auch das Verwenden von kabellosen Netzwerken. Wir empfehlen jedoch, diese erst ab Core 2 zu verwenden. Antcas Control kann die SSID's aller Netzwerke auflisten, wenn der Adapter aktiviert wurde. Dazu muss nach dem Speichern das Feld SSID fokussiert werden. Die Suche kann einen kurzen Moment in Anspruch nehmen.
Der Hostname definiert den Servernamen einer einzelnen
Netzwerkschnittstelle. Ein Alias ermöglicht es, dieselbe Schnittstelle zusätzlich unter einem alternativen Namen über öffentliche DNS-Server erreichbar zu machen. Aliase sind standardmässig aktiviert und können pro Schnittstelle über eine
Checkbox deaktiviert werden.
Der Hostname wird für den mDNS-Dienst verwendet, damit das Gerät im lokalen Netzwerk automatisch erkannt werden kann. Sowohl der Hostname als auch der Alias werden bei der Erstellung und Zuordnung des Zertifikats berücksichtigt, sodass sichere Verbindungen über beide Namen möglich sind.
Ein Alias kann mehrfach verwendet werden. In diesem Fall werden alle zugehörigen IP-Adressen zusammengefasst. Dadurch kann dieselbe Verbindung über mehrere Netzwerkschnittstellen unter demselben Namen verwendet werden. Beachten Sie, dass der Verbindungsaufbau abhängig von der Anzahl der verwendeten Adressen mehr Zeit in Anspruch nehmen kann.
Hinweis: Das Aktivieren oder Deaktivieren eines Alias kann einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die DNS-Einträge verfügbar sind sowie das Zertifikat heruntergeladen und zugewiesen wurde. Beachten Sie ausserdem, dass das Zertifikat ohne Internetverbindung nicht erstellt oder erneuert werden kann.
Die URL des Alias setzt sich aus der Subdomain eth0-randomid und der Domain .local.antcas.com zusammen. Dadurch kann beispielsweise Antcas Control wie unten gezeigt erreicht werden. Die zufällige ID entspricht derselben ID, die auch vom DynDNS-Dienst verwendet wird. Zusätzlich wird ein Präfix verwendet, das manuell konfiguriert werden kann. Zeichen wie _ (Unterstrich) oder . (Punkt) sind dabei nicht zulässig. Stattdessen sollte ein - (Minus) verwendet werden.
https://eth0-randomid.local.antcas.com:10000/
Die MTU (Maximum Transmission Unit) definiert die Paketgrösse der Schnittstelle. Diese sollten idealerweise kleiner sein als die verschachtelten Werte. Wird bzw. ein VLAN verwendet, so kann der MTU des VLANs maximal der Grösse der physikalischen Schnittstelle sein. Der Standardwert ist 1'500.
Die MTU sollte bei VPN-Verbindungen unbedingt kleiner gewählt werden als der Wert der verwendeten Schnittstelle. Bei den meisten VPN-Verbindungen wird ein Wert von 1'400 empfohlen.
Pro Schnittstelle kann jeweils ein Gateway gesetzt werden. Dieses Gateway wird verwendet, um alle nicht direkt erreichbaren Netzwerke (Standardroute) zu erreichen.
Zusätzlich kann pro Schnittstelle unter dem Reiter Erweitert eine Routenmetrik festgelegt werden. Diese bestimmt die Priorität der Schnittstelle bei mehreren möglichen Routen. Dabei gilt: Je niedriger die Metrik, desto höher die Priorität.
Werden mehrere Gateways mit identischer Metrik konfiguriert, können diese vom System parallel verwendet werden. Das Verhalten entspricht jedoch keiner expliziten Lastverteilung und hängt von der internen Routing-Logik des Linux-Kernels ab.
Wird die Metrik auf Automatisch gesetzt (kein Wert), so wird diese vom System vergeben. Dabei wird die Metrik pro aktiver Netzwerkschnittstelle schrittweise um 100er-Schritte erhöht. Die Reihenfolge orientiert sich an der Schnittstellenreihenfolge der Infrastruktur: Die oberste Schnittstelle erhält die kleinste Metrik und hat somit die höchste Priorität.
Unter den Netzwerkeinstellungen befindet sich der Reiter Telefonie. Die Eigenschaften sind für die Visualisierung notwendig und werden im Kapitel Telefonie unter WebRTC weiter erläutert.
VLAN's werden direkt unterstützt. Dabei sollte beachtet werden, dass die Netzwerkeinstellungen bei falscher Konfiguration ungültig werden können und der Server nicht mehr erreichbar sein kann.
Hinweis: Nicht alle LAN-Schnittstellen unterstützen VLAN. Testen Sie vorher die VLAN-Konfiguration am Server, bevor Sie diesen einsetzen.
Die VLAN-ID wird dabei hinter die Adapteradresse geschrieben. Z.B. entspricht eth0.10 der ID 10 (tagged) vom Adapter eth0. Der ID-Bereich ist von 1 bis 4'094 gültig. Die ID 0 entspricht untagged und ist jeweils die Netzwerkschnittstelle selbst. Es wird empfohlen, diese nicht zu deaktivieren.
Die Wiederherstellung kann mittels USB-Stick erfolgen. Hierzu muss das Label ETH_RESET lauten und der Server anschliessend neu gestartet werden. Sämtliche IP-Konfigurationen werden auf Werkseinstellungen zurückgesetzt.